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Fragen und Antworten zur Trächtigkeitsuntersuchung

Trächtigkeit FAQs - Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Antworten auf die am meisten gestellten Fragen zur Trächtigkeitsuntersuchung.

1. Ist der Trächtigkeitstest zu 100 % zuverlässig bzw. wie können unterschiedliche Befunde Tierarzt/Trächtigkeitstest erklärt werden?

Keine Untersuchung ist zu 100 % sicher, die Zuverlässigkeit des Trächtigkeitstests ist vergleichbar mit der Ultraschalluntersuchung bzw. der rektalen Palpation durch den Tierarzt (siehe auch Spezifität und Sensitivität >90% (1)). Bei korrekter Probennahme und Tieridentifizierung sind unstimmige Ergebnisse mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf das zwischenzeitliche Auftreten von Aborten zurückzuführen (in dem Zeitraum ab Trächtigkeitstag 28 bis zur Abkalbung kommt es bei ca. 24,4 % der Tiere zu einem Trächtigkeitsverlust (1)). Voraussetzung für ein zuverlässiges Ergebnis ist neben der eindeutigen Tieridentifizierung die akkurate Probennahme. Gesondert entnommene Proben mit korrekter Beschriftung des Probenröhrchens und des Auftragsscheins sind daher die 1. Wahl.

(1) Präsentation von Katharina Rammelt Fa. IDEXX: IDEXX Milk Pregnancy Test Milk Pregnancy Summit
Lichtenwalde, 03.November 2014

2. Wie hoch sind Spezifität (richtig-negative Testrate) und Sensitivität (richtig-positive Testrate) beim Milchträchtigkeitstest für Rinderproben verglichen mit Ultraschall oder Palpation?

Spezifität: 94,4% (2), das heißt von 100 nicht trächtigen Kühen werden 94,4 % der Tiere vom Test als nicht-trächtig erkannt
Sensitivität: 98,7% (2), das heißt von 100 trächtigen Kühen werden 98,7 % der Tiere vom Test als trächtig erkannt

(2) Validation Data Report IDEXX Milk Pregnancy Test Fa. IDEXX Version 102334-02

3. Wie hoch sind Spezifität (richtig-negative Testrate) und Sensitivität (richtig-positive Testrate) beim Blutträchtigkeitstest für Rinderproben verglichen mit Ultraschall?

Spezifität: 94-95 % (3), das heißt von 100 nicht trächtigen Kühen werden 94-95 % der Tiere vom Test als nicht-trächtig erkannt
Sensitivität: 99 % (3), das heißt von 100 trächtigen Kühen werden 99 % der Tiere vom Test als trächtig erkannt

(3) Validation Data Report IDEXX Bovine Pregnancy Test Fa. IDEXX Version 100706-00

4. Wie hoch sind Spezifität (richtig-negative Testrate) und Sensitivität (richtig-positive Testrate) beim Milchträchtigkeitstest für Ziegenproben verglichen mit Ultraschall?

Spezifität: 100 % (2), das heißt von 100 nicht trächtigen Ziegen werden 100 % der Tiere vom Test als nicht-trächtig erkannt
Sensitivität: 94,9 % (2), das heißt von 100 trächtigen Ziegen werden 94,9 % der Tiere vom Test als trächtig erkannt
Die Daten wurden in einer vergleichsweise kleinen Herde mit 160 Tieren erhoben.

(2) Validation Data Report IDEXX Milk Pregnancy Test Fa. IDEXX Version 102334-02

5. Wie entnehme ich eine Milchprobe?

Die 1. Wahl sind verschleppungsfrei manuell entnommene Proben.
Für die Entnahme der Einzelmilchproben muss das Vorgemelk (die ersten 3-4 Strahlen des Gemelks) verworfen werden. Das Proberöhrchen sollte zu mindestens 3/4 mit Milch gefüllt werden. Eine Probe eines Viertels je Tier ist ausreichend, es muss nicht unter sterilen Bedingungen entnommen werden. Grobe Verschmutzungen der Probe durch z.B. Kot sind jedoch zu vermeiden. Es können sowohl MLP-Probeflaschen als auch Röhrchen für die Mastitiserregeruntersuchung verwendet werden (Röhrchen sollten bereits ein Konservierungsmittel wie Bronopol oder Borsäure enthalten). Proberöhrchen und Begeleitschein beschriften, Proben kühlen und umgehend an das Labor weiterleiten.
Proberöhrchen, Etiketten und Begleitscheine werden durch das IFM gestellt.

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6. Kann es bei der Verwendung von MLP-Proben für den Trächtigkeitstest zu falschen Ergebnissen durch Probenverschleppung kommen?

Bei der Verwendung von MLP-Proben ist es nicht 100 %ig auszuschließen, dass ein falsches Ergebnis durch Probenverschleppung generiert wird. Das kann immer dann passieren, wenn zuviel Milch einer Kuh mit einem sehr hohen PAG-Spiegel (z.B. ein Tier kurz vor der Abkalbung) in das nachfolgende Proberöhrchen einer nicht-tragenden Kuh gerät. Der LKV Weser-Ems e.V. hat dazu eine kleine eigene Studie (3) erstellt, die folgende Ergebnisse erbracht hat:
• 4,7 % der relevanten Kühe im konventionellen Melkverfahren hatten im Vergleich ein abweichendes TU-Ergebnis
• 7,3 % der relevanten Kühe bei AMV (Melkroboter) hatten ein abweichendes TU-Ergebnis.
• Eine leichte Verschleppung durch die MLP-Probenahme ist nicht auszuschließen.
• Die Verschleppung ist jedoch gerichtet von „nicht tragend“ in der Vorprobe zu „fraglich“ oder „tragend“ in der MLP-Probe.
• Aus den MLP-Proben wurden keine tragenden Tiere als „nicht tragend“ eingestuft!

(3) Präsentation von Dr. Bohlsen LKV Weser-Ems e.V.: Untersuchung zur Verschleppung von PAGs bei der Trächtigkeitsanalyse aus Milch mittels ELISA
Lichtenwalde, 03.November 2014

7. Was wird beim Trächtigkeitstest nachgewiesen?

Es werden sogenannte PAGs (Pregnancy Associated Glycoproteins) nachgewiesen. PAGs sind Trächtigkeitsassoziierte Eiweiße, die beginnend mit der Einnistung des Embryos von der Plazenta produziert und in den Blutkreislauf abgegeben werden und von dort auch in die Milch gelangen. Die PAGs werden ausschließlich von einer vitalen Plazenta gebildet (1).

(1) Präsentation von Katharina Rammelt Fa. IDEXX: IDEXX Milk Pregnancy Test Milk Pregnancy Summit
Lichtenwalde, 03.November 2014

8. Welche Tiere können ab welchem Trächtigkeitstag und in welchem Abstand zur Abkalbung untersucht werden und welches Material eignet sich dafür?

9. Wie lange muss die letzte Abkalbung für den Trächtigkeitstest bei Kühen und Büffeln mindestens zurückliegen?

60 Tage (1).

(1) Präsentation von Katharina Rammelt Fa. IDEXX: IDEXX Milk Pregnancy Test Milk Pregnancy Summit
Lichtenwalde, 03.November 2014

10. Sind die PAGs auch nach einem Abort bzw. der Abkalbung noch nachweisbar, so dass die Kuh als trächtig getestet wird?

Auch wenn keine PAGs mehr von der Plazenta gebildet werden, können sie noch einige Zeit im Blutkreislauf und damit in der Milch zirkulieren, bevor sie vollständig abgebaut sind. Nach dem Abkalben dauert es bis zu 60 Tage bis die PAGs nicht mehr nachweisbar sind. Beim Früh-Abort sind die PAGs noch 7-10 Tage nachweisbar, später muss man von 60 Tagen ausgehen.

11. Kann man aufgrund der Höhe des PAG-Spiegels eine Aussage über den Trächtigkeitstag treffen, z.B. wenn das genaue Belegungsdatum nicht bekannt ist?

Nein, unter anderem wegen individuell schwankender PAG-Level können wir mit dem Trächtigkeitstest nicht bestimmen, wie lange eine Kuh schon trächtig ist.

12. Ersetzt der Trächtigkeitstest die Untersuchung durch den Tierarzt?

Nicht grundsätzlich, der Trächtigkeitstest bietet eine weitere für die Kuh stressfreie Möglichkeit, die Fruchtbarkeit einer Herde zu kontrollieren. Tests zu verschiedenen Zeitpunkten der Trächtigkeit können z.B. helfen, früh nicht-tragende Tiere zu identifizieren (ab Tag 28) und später regelmässig die weitere Aufrechterhaltung der Trächtigkeit zu bestätigen oder Aborte aufzudecken. Für nicht-tragende Tiere können dann nach einer Untersuchung durch den Tierarzt weitere Massnahmen ergriffen werden. Die frühe Erkennung nicht-tragender Tiere hilft, die Unwirtschaftlichkeit langer Zwischenkalbezeiten zu vermindern.